1 März 2010
Der Bauantrag ist eingereicht!
Der Startschuss ist gefallen: am 1. März unterzeichneten die beiden Vorsitzenden des Vereins KZ-Gedenkstätte Neckarelz, Dorothee Roos und Arno Huth, den Bauantrag für den »Vereinsteil« der neuen Gedenkstätte. Die Stadt Mosbach tat für ihren Teil das Gleiche – beide bilden jetzt eine Bauherrengemeinschaft.
Beim Frühlingskonzert des Adolf-Schmitthenner-Gymnasiums in Neckarbischofsheim erspielten die jugendlichen
Instrumentalisten der Musik-AGs eine Spende zugunsten des Bauprojekts der Gedenkstätte. Zur Spendenübergabe
hatten einige von ihnen nochmals ihre Instrumente mitgebracht. »Wir haben das sehr gern gemacht und wünschen
uns, dass unsere SchülerInnen die neue Gedenkstätte als Lernort nutzen werden. Denn es geht ja dort auch um
die Geschichte unserer Stadt«, unterstrich Schulleiter Wolfgang Schmidt.
Sportliche Höchstleistungen erbrachten Schülerinnen und Schüler des Auguste-Pattberg-Gymnasiums am Tag vor
Himmelfahrt. 150 Freiwillige rannten zusammen mehr als tausend Runden im Elzstadion. Jede Runde wurde dabei von
»Sponsoren«, meist Eltern, Großeltern oder Paten, mit einen kleinen Geldgeschenk belohnt.
Anfang April bekam die KZ-Gedenkstätte Neckarelz Besuch aus Luxemburg: Guy Halsdorf, Sohn des ehemaligen Häftlings Henri/Heiny Halsdorf, sah zum ersten Mal die Orte, von denen sein Vater oft erzählt hatte. Zusammen mit seiner Frau Christiane besuchte er Neunkirchen, Guttenbach, Binau und Neckarelz.
Henri Halsdorf, geboren 1919 im luxemburgischen Befort, in war einer der Häftlinge, der im Spätherbst 1944 mit der Kommandantur des Hauptlagers Natzweiler an den Neckar umzog (Verlagerung Natzweiler am Neckar).
Seit Sommer 2007 ist die KZ-Gedenkstätte Neckarelz OHNE HAUS. Das kleine alte Museumsgebäude
musste wegen Bauschäden abgerissen werden. Derzeit ist die AUSSTELLUNG in einem Klassenzimmer
der direkt benachbarten Comenius-Förderschule untergebracht - in verkleinerter und verdichteter
Form. Nach wie vor können Gruppen empfangen werden, die erfolgreiche pädagogische Arbeit geht
weiter.
Informieren Sie sich auf den folgenden Seiten über das Bauprojekt.
Suchen Sie Informationen oder Berichte über unsere vergangenen Projekte, Begegnungen und Aktionen? – Dann besuchen Sie unser Archiv. Dort können Sie sich eine umfangreiches Bild über unsere vielfältigen Aktivitäten machen.
Mehr als dreißig Jugendliche aus dem Berufsbildungswerk der Johannesanstalten Mosbach arbeiteten eine ganze
Woche lang auf dem Geschichtslehrpfad »Goldfisch« in Obrigheim. Die angehenden Landschaftsgärtner
setzten den Treppenweg, das Herzstück des Pfades, in Stand.
Auf Einladung des Maximilian-Kolbe-Werks verbrachte eine Gruppe von KZ-Überlebenden aus Polen im April zwei Urlaubswochen im St-Lukas-Heim in Billigheim bei Mosbach. Die meisten Gruppenmitglieder waren als Kinder von ihren Eltern getrennt und ins KZ Majdanek gebracht worden, wo sie durch glückliche Zufälle überlebten. Dorothee Roos zeigte den Gästen aus Polen die Gedenkstätte in Neckarelz und schilderte die hier geleistete Erinnerungsarbeit.
Mitte Februar drehten die StudentInnen Nina Bogumil, Melanie Fütterer, Stephan Liebig, Robert Schadt und
Valentin Uhrmeister einen Film über die Geschichte der Neckarlager. Sie alle studieren im Fachbereich
»Online-Medien« an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mosbach.
»Dieses Gespräch war ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer engen deutsch-französischen
Kooperation« - dies sagte Madame Valerie Drechsler, Direktorin der Gedenkstätte »Centre
Européen du Résistant Déporté - Le Struthof (CERD)« am Ort des ehemaligen Konzentrationslager Natzweiler, am
Ende ihres Arbeitsbesuchs in Mosbach. Sie hatte sich dort Ende Oktober mit einem Arbeitskreis aus
Mitgliedern des Vereins KZ-Gedenkstätte unter Leitung der Vorsitzenden Dorothee
Roos getroffen.
Das Stammlager der »Neckarlager«, das KZ Natzweiler-Struthof in den Vogesen, wurde ab dem 5. September 1944 wegen der herannahenden Front evakuiert.
Die im Hauptlager noch anwesenden 6000 Häftlinge wurden fast alle nach Dachau gebracht.
Die linksrheinischen Außenkommandos, meist im Elsass, aber auch in Lothringen und im deutschen Moseltal gelegen, wurden aufgelöst.