"Vinzenz Rose - einer von uns?!"

Donnerstag, 20. Juni 2024

18:00 - Dokumentations- und Kulturzentrum deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 2, 69117 Heidelberg

Ausstellungsplakat - der gelb unterlegte Teil stimmt nicht mehr, hier gilt: 21. 6. - 24.7. 2024, Dokuzentrum HD

Letzten Sommer war sie in der Realschule zu sehen, im Herbst 2023 dann in der KZ-Gedenkstätte Neckarelz. Nun ist sie nach Heidelberg weitergewandert: die Ausstellung "Vinzenz Rose - einer von uns?!".

Sie wurde von der Geschichte-AG der Realschule Obrigheim (RSO) erarbeitet, im Rahmen der Projektidee, die RSO nach Vinzenz Rose zu benennen. Die Ausstellung sollte dafür eine Informationsbasis liefern und Vinzenz Roses Lebensweg und Lebensleistung darstellen.Das Projekt "Schulname" ist gescheitert, auch die Kompromiss-Idee, statt der Schule die Neckarbrücke nach Vinzenz Rose zu benennen,wurde inzwischen abgelehnt.

Was bleibt, ist die Ausstellung, die unabhängig von der Namensfrage ihren Eigenwert behält.

Am 20. Juni 2024 um 18 Uhr findet die Eröffnung statt, zu der vor allem die Jugendlichen der AG ihr Werk vorstellen werden. Anschließend ist die Ausstellung bis 24. Juli in Heidelberg zu sehen. Näheres zu Vinzenz Rose und die Einladung zur Eröffnung dazu finden Sie hier.

1. September: Europäischer Tag der jüdischen Kultur/Antikriegstag

Sonntag, 01. September 2024

11:00 - und weitere Termine an verschiedenen Erinnerungsorten

Im Sommer 2023 wurde der Gedenkstättenverbund im Neckar-Odenwald-Kreis gegründet. Ihm gehören derzeit fünf Gedenkstätten aus vier verschiedenen Gemeinden auf dem Kreisgebiet an. Neben der KZ-Gedenkstätte Neckarelz sind das der Maria-Zeitler-Pfad in Mosbach, das Mahnmal für die deportierten Jüdinnen und Juden Badens in Neckarzimmern, die ehemalige Synagoge in Adelsheim-Sennfeld sowie die Bücherei des Judentums in Buchen. Diese Gedenkstätten zeigen die Breite und Vielfalt der Erinnerungskultur in unserer Region.

Am Sonntag, dem 1. September 2024 fallen zwei Gedenktage zusammen: der Europäische Tag der jüdischen Kultur, der stets am ersten Sonntag im September begangen wird, sowie der Antikriegstag, der am 1. September eines jeden Jahres an Hitlers Überfall auf Polen und damit an den Beginn des Zweiten Weltkriegs erinnert.

Zum ersten Mal tritt der Gedenkstättenverbund als Veranstalter in Erscheinung: an vier der fünf Erinnerungsorte gibt es an diesem Tag Angebote für BesucherInnen und Besucher. Ob Führungen bzw.Wanderungen unter freiem Himmel, Gottesdienst oder Lesung - Interessierte haben die Wahl!

Hier eine zeitliche Übersicht, Näheres in den folgenden Einzel-Artikeln auf der Seite VERANSTALTUNGEN:  
11:00 Uhr, Kurzgottesdienst in der Johanneskirche, anschließend ca. 11.30 Führung auf dem Maria-Zeitler-Pfad
13:00 Uhr: Führung auf dem jüdischen Friedhof Buchen-Bödigheim
14:00 Uhr: Spätsommerwanderung Geschichtslehrpfad "Goldfisch" in Obrigheim
15:30 Uhr: Lesung aus dem Kinderbuch "Beni,Oma und ihr Geheimnis" im "Klösterle" Buchen
16:30 Uhr: Führung beim Mahnmal Neckarzimmern, Gelände der Ev. Jugendbildungsstätte
 

Kein "schöner Tod" - Euthanasie-Verbrechen in der Region

Sonntag, 01. September 2024

11:00 - Johanneskirche und Gelände der Johannes-Diakonie

Der September 1940 war der Monat, an dem die größte Behinderteneinrichtung in Badens, die Johannesanstalten in Mosbach, die Hälfte ihrer Bewohner:innen durch die "Euthanasie"-Verbrechen der Nazis verlor. Graue Busse transportierten 218 behinderte Menschen zum Schloss Grafeneck auf der Schwäbischen Alb. Dort wurden sie durch Gas ermordet. Unter ihnen war nicht nur Maria Zeitler, sondern auch fünf Menschen aus jüdischen Familien.

Dass Behinderten damals das Recht auf Leben abgesprochen wurde, beschäftigt die Bewohner:innen der Johannes-Diakonie bis zum heutigen Tag.

Um 11 Uhr findet in der Johanneskirche ein thematischer Gottesdienst statt. Anschließend führen inklusive Lotsentandems, bestehend  aus Werkstatt-Beschäftigten und ehrenamtlichen Mittarbeitenden, interessierte Menschen über den Maria-Zeitler-Pfad. Dieser umfasst verschiedene Stationen innerhalb der Johannes-Diakonie. Vor dem Hintergrund der "großen" Geschichte erfährt man, welche Ausprägung die sogenannte "Aktion T 4" hier in der Region hatte.  

Ein mystisches Kleinod - Der jüdische Bezirksfriedhof Bödigheim

Sonntag, 01. September 2024

13:00 - Jüdischer Friedhof Bödigheim, Am Römer, 74722 Buchen

Der Friedhof im Jahr 2008. Foto: Poisend-Ivy, CC Some rights reserved

Der jüdische Bezirksfriedhof, ein heute mystisch wirkendes Kleinod am Ortsrand von Bödigheim, ist eines der wenigen noch sichtbaren Relikte einer vergangenen jüdischen Kultur. Diese hat den Buchener Raum bis über mehrere Jahrhunderte maßgeblich mitgeprägt und mitgestaltet - bis zum Ende durch die Gewaltherrschaft des NS-Regimes.

Das genaue Alter des Friedhofs ist immer noch offen. Zwar wird vermutet, dass der Friedhof bereits im Mittelalter entstanden sein muss, doch erst 1639 wird er erstmals schriftlich erwähnt. Der älteste Grabstein stammt hingegen von 1628. Innerhalb der Ersterwähnung heißt es, dass den Bödigheimer Juden der Friedhof "vor unvorstellbaren Jahren" zugestanden worden sei.

Der heutige Friedhof in Bödigheim jedenfalls war ein Zentralfriedhof mit sehr großem Einzugsgebiet. Dieses reichte von Angeltürn im Osten bis Strümpfelbrunn im Westen, von Walldürn im Norden bis Sennfeld im Süden. Nachweislich war es der Begräbnisplatz für annährend 20
Gemeinden. Heute sind auf dem Friedhof noch 1573 Grabsteine erhalten. Durch mehrere Erweiterungen wuchs der Friedhof bis auf 140 Ar an und ist somit einer der größten jüdischen Friedhöfe in Baden.

Spätsommerwanderung auf dem Geschichtslehrpfad "Goldfisch" in Obrigheim

Sonntag, 01. September 2024

13:45 - Treffpunkt Bushalt Gardinenfabrik Obrigheim

Basis-Station am Karlsberg-Tunnel. Foto: KZ-Gedenkstätte Neckarelz

Die traditionelle Spätsommerwanderung auf dem Lehrpfad „Goldfisch“ findet in diesem Jahr am Sonntag, dem 1. September statt. Der  Rundweg verbindet und erschließt die oberirdischen Reste der unterirdischen Fabrik mit dem merkwürdigen Tarnnamen, weitere Informationen zum Pfad finden Sie hier,
Die Wanderung lässt die Geschichte von "Goldfisch" Revue passieren, dieses Jahr liegt ein Schwerpunkt auf den jüdischen KZ-Häftlingen, die dortt arbeiten mussten. So zum Beispiel fünfzig junge Männern´ aus dem KZ Plaszow (in Krakau), die im September 1944 ankamen. Sie hatten allesamt Berufe aus dem Elektrofach angegeben ... 

Treffpunkt für die Wanderung ist ab 13.45 Uhr an der Bushaltestelle „Gardinenfabrik Obrigheim“ an der Straße von Obrigheim nach Hochhausen, Start ist um 14:00 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Parkmöglichkeiten gibt es im Industriegebiet Obrigheim an der Neckarstraße - bitte nicht beim Pfad selbst parken! Der Pfad ist 2,5 km lang und nicht barrierefrei, die Wanderung dauert ca. zwei Stunden. Auch bei Sommerwetter wird festes Schuhwerk wird empfohlen; bei starkem Regen fällt die Wanderung aus.

"Beni, Oma und ihr Geheimnis"

Sonntag, 01. September 2024

15:30 - Klösterle, Obergasse 6 74722 Buchen

Der achtjährige Beni verbringt ein Wochenende bei seinen Großeltern und feiert mit ihnen Schabbat. Bei Oma und Opa darf Beni alles: eine Rennbahn im Wohnzimmer bauen, Skateboard fahren, alten Geschichten lauschen – und sich manchmal auch etwas über die Eigenheiten seiner Großeltern wundern.

Beide Großeltern haben die Schoah überlebt und einen jeweils eigenen Umgang mit der Vergangenheit gefunden. Dabei teilen Beni und seine Oma ein Geheimnis, das niemand erfahren wird, nicht einmal Benis Mutter.

Die Geschichte handelt vom Erinnern und Vergessen, von Ordnung und Chaos, vom jüdischen Leben im heutigen Deutschland und vom nicht immer einfachen, jedoch liebevollen Miteinander der Generationen.

Im Anschluss an die Lesung wird eine Führung durch die Bücherei des Judentums angeboten.

Gestaltet von vielen Händen

Sonntag, 01. September 2024

16:30 - Gelände der evangelischen Jugendbildungsstätte, Steige 50 74865 Neckarzimmern

Das Mahnmal Neckarzimmern versteht sich als zentraler, "gesamtbadischer" Gedenkort. Es erinnert an 5.500 badischen Jüdinnen und Juden, die alle am gleichen Tag, am 22. Oktober 1940, ins Internierungslager Gurs in Südwestfrankreichverschleppt wurden. Es liegt auf dem Gelände der „Evangelischen Jugendbildungsstätte Neckarzimmern“ und ist öffentlich zugänglich.

Das 2005 eingeweihte Mahnmal besteht aus einer Bodenskulptur in Gestalt eines Davidsterns. Dieser bietet mit seiner etwa 25 x 25 Meter großen Grundfläche Platz für Erinnerungssteine aus den 138 badischen Deportationsorten. Die Kleindenkmäler wurden von Schulklassen oder Jugendgruppen aus bislang 130 Deportationsorten geschaffen. Den Rahmen bildete das „Ökumenischen Jugendprojektes Mahnmal“ der Erzdiözese Freiburg und der Evangelischen Landeskirche Baden. Das Denkmal wächst noch immer an.

Um Anregungen für die Gestaltung zu erhalten, setzen sich die Jugendlichen mit der Deportation aus ihrer Gemeinde auseinander. Sie suchen den Kontakt zu Überlebenden, deren Nachfahr:innen und anderen Zeitzeug:innen. Am Ende dieses Lernprozesses steht die Gestaltung zweier identischer Gedenksteine. Im jeweiligen Heimatort erhält einer der beiden Steine einen angemessenen Platz, der zweite wird Teil des zentralen Mahnmals in Neckarzimmern.

Die Führung beleuchtet kurz die Geschichte der Deportation - vor allem aber lädt sie zum Entdecken der vielfältigen Kunstwerke ein.