Vor 80 Jahren: Der jüdische Friedhof Binau wird KZ-Friedhof
Besonderes Gedenken an die Toten aus dem französischen Departement Vosges

Am 24. November 2024, dem Totensonntag, hatten die KZ-Gedenkstätte Neckarelz und die Gemeinde Binau die Öffenltichkeit zu einer Gedenkstunde auf dem jüdischen Friedhof Binau eingeladen. Sie war von zwei Themen bestimmt:
- Wie kam es, dass der Friedhof der ehemaligen jüdischen Gemeinde von Binau vor 80 Jahren, im Spätherbst 1944, zum Begräbnisort für die fast ausschließlich nicht-jüdischen KZ-Häftlinge aus den Neckarlagern wurde? Näheres zur Beantwortung dieser Frage können Sie hier lesen.
- Der zweite Teil war einer besonderen Gruppe von Häftlingen gewidmet..Untersucht man die Herkunft der in Binau begrabenen französischen Gefangenen, so fällt auf, dass ein hoher Prozentsatz von ihnen aus dem Departement "Vosges" stammt. Sie kamen im Transport vom 9. November 1944 aus dem KZ Dachau in die Neckarlager.
Im Beisein von 10 französischen Gästen aus diesem nicht-elsässischen Teil der Vogesen stellte Dorothee Roos das harte Schicksal dieser "Vosgiens" vor; diesen Teil der Rede finden Sie hier. Anschließend erzählte Sophie Valsecchi die Lebensgeschichte ihres Onkel Georges Humbert. Er starb nur einen guten Monat nach seiner Ankunft in Neckarelz, sein Name steht auf dem Grabstein von Binau.
Ein bewegendes ökumenisches Friedensgebet in zwei Sprachen, gehalten von Pfarrerin Esther Maria Fauß und Diakon Adrian Ambiel schloss die Feier ab.
