"Das ehemalige KZ-Außenlager Asbach - archäologische und denkmalpflegerische Perspektiven"

Dienstag, 31. Mai 2022

19:00 - Mehrzweckhalle Asbach, Im Wengert 2, 74847 Obrigheim-Asbach

Treppenelement auf dem Gelände des ehemaligen KZ Asbach

Im August 2021 haben Studierende der Universität Tübingen auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers Asbach eine archäologische Erkundung durchgeführt. Sie entdeckten und dokumentierten dort zahlreiche kleinere und größere Überreste und Objekte. Angeleitet wurden sie bei dieser Arbeit von Attila Dézsi, einem wissenschaftlichen Mitarbeiters des Landesamtes für Denkmalpflege (LAD). Die Erkundung gehört in den Rahmen eines umfangreichen LAD-Projekts zur "Denkmalfachlichen Evaluierung der Außenlager und Arbeitsstätten des Konzentrationslagers Natzweiler in Baden-Württemberg".
Nach fast einem Jahr ist die wissenschaftliche Auswertung der Funde abgeschlossen.
Am Dienstag, dem 31. Mai um 19 Uhr stellt Attila Dézsi in der Mehrzweckhalle in Obrigheim-Asbach die Ergebnisse der Erkundung und der Auswertung vor. Er wird seinen Vortrag dabei durch zahlreiche Bilder illustrieren und auch einige Fundobjekte mitbringen. Außerdem wird die Frage erörtert, welche Aussichten bzw. Vorschläge es aus der Sicht des Denkmalamtes für das Terrain gibt. Denn das Lagergelände in Asbach (das zu großen Teilen auf der Gemarkung von Daudenzell liegt), stellt „eines der wenigen unüberbauten Zeugnisse der Spätphase des NS-Lagersystems in Baden-Württemberg“ dar.
An den Vortrag schließen sich Fragerunde und Diskussion an.
Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist frei.

"Das ehemalige KZ-Außenlager Asbach - archäologische und denkmalpflegerische Perspektiven"

Mittwoch, 01. Juni 2022

19:00 - Sport- und Festhalle Aglasterhausen

Ablauf und Inhalte der Veranstaltung sind mit der am Vortag in Asbach identisch.

Erinnerungskultur und Europäische Kulturhauptstadt

Samstag, 02. Juli 2022

08:15 - Abfahrt Bahnhof Neckarelz zur zweitägigen Exkursion nach Thil und Esch-sur-Alzette

Esch-sur-Alzettte: Europäische Kulturhauptstadt 2022 Foto: SWR

Eine der europäischen Kulturhauptstädte des Jahres 2022 ist die luxembergische Universitätsstadt Esch-sur-Alzette. Neben Kaunas in Litauen und Novi Sad in Serbien möchte die zweitgrößte Stadt Luxemburgs durch Ausstellungen und Events ein internationales Publikum anziehen.
Der Stadtraum "Esch 2022" ist dabei grenzübergreifend: der obere Teil des Alzette-Tals liegt in Frankreich, die eigentliche Stadt Esch, früher ein Zentrum der luxemburgischen Schwerindustrie, nur ein paar Kilomter entfernt in Luxemburg.

Was nur wenige wissen: auf dem großflächigen Gebiet von "Esch 2022" liegen zwei ehemalige Außenlager-Orte des Konzentrationslagers Natzweiler. Deshalb bietet die KZ-Gedenkstätte Neckarelz am 2.und 3. Juli eine Exkursion an, die einen Besuch der Lagerorte mit dem Eintauchen in die quirlige Kulturhauptstadt verbindet.
Zwei hochkarätige, speziell auf die Gruppe zugeschnittene Führungen in Thil (Meurthe-et-Moselle) und im Musée de la Résistance in Esch bilden dabei die Höhepunkte.

Das genaue Programm und die Preise finden Sie hier - um rasche Anmeldung wird gebeten.

"Unrecht und Widerstand"

Dienstag, 19. Juli 2022

20:00 - Kinostar-Filmwelt Mosbach-Neckarelz, Bahnhofstraße 1

Romani Rose mit Simone Veil, Präsidentin des Europa-Parlaments, bei einer Kundgebung in Bergen-Belsen 1979. Foto: gfbv

Im Jahr 1970 dreht der deutsche Dokumentarfilmer Peter Nestler (geb. 1937) unter dem Titel „Zigeuner sein“ einen der ersten Filme  über die Situation der Sinti. 50 Jahre später begibt sich der inzwischen nach Schweden Ausgewanderte noch einmal auf Spurensuche bei der Minderheit. Entwicklungen sollen aufgezeigt, der Kampf um Bürgerrechte dokumentiert werden. Herausgekommen ist ein Film in zwei Teilen, beide 115 Minuten lang. Am 25. Juli 2022 werden sie im Rahmen eines Themenabends auf 3SAT gezeigt.

In Zusammenarbeit mit der KZ-Gedenkstätte präsentiert das kinostar-Programmkino in Neckarelz am 19. Juli eine Preview des ersten Teils. Daran schließt sich ein Nachgespräch mit Dieter Reifarth von strandfilm an. Er hat den Film produziert und schreibt dazu: 

„Eine Erzählung vom Mut und der Entschlossenheit Einzelner, die sich verzweifelt wehrten. Und die leidvolle Geschichte einer Minderheit zwischen Trauma und Selbstbehauptung … Der Film beschreibt den langen Weg aus der Rechtlosigkeit und Diskriminierung in die Bürgerrechtsbe-wegung. In dessen Zentrum steht Romani Rose, seine Familie, seine Mitstreiterinnen und Mit-streiter. Deren unermüdliches Engagement zeugt von Zivilcourage und Bürgersinn, vom entschiedenen Eintreten für das Miteinander diverser Kulturen und von zukunftsweisendem Demo-kratieverständnis. Gibt es in Zeiten zunehmender Ausgrenzung und rassistischer Gewalt Wichtigeres?“