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Dreharbeiten auf den Spuren von Vinzenz und Oskar Rose

Film zur Geschichte der Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma entsteht

Vinzenz Rose spricht 1973 auf einer Demonstration in Heidelberg. Foto: Dokumentationszentrum deutscher Sinti und Roma

Vor genau 50 Jahren lief im schwedischen Fernsehen der Dokumentarfilm "Zigeuer sein". Er zeigte erstmals die Sicht von deutschen Überlebenden des NS-Völkermordes an den Sinti und Roma und beleuchtete die fortdauernde Diskriminierung und ihr erzwungenes Leben am Rand der Gesellschaft. Der Autor und Dokumentarfilmer Peter Nestler, der 1966 nach Schweden emigriert war,  hatte ihn zuvor vergebens auch deutschen Fernseh-Anstalten angeboten.
Kurz darauf wurde der "Verband der Sinti Deutschlands" gegründet, später in "Zentralrat deutscher Sinti und Roma umbenannt, Bürgerrechtverände, die in den vergangenen fünfzig Jahren viel erreicht haben. Die führende Figur der bis in die 50er Jahre zurückreichenden Anfangszeit war Vinzenz Rose (1908 - 1996), später übernahm sein Neffe Romani Rose den Staffelstab.
Peter Nestler, inzwischen 83 Jahre alt, plant nunmehr einen zweiten Film. Er soll die Geschichte dieses Kampfes um Bürgerrechte schildern, dokumentieren, was erreicht wurde und aufzeigen, was noch zu tun ist. 
Dreharbeiten zu diesem Film fanden im Oktober 2020 auch in der KZ-Gedenkstätte Neckarelz statt. Denn Vinzenz Rose war von Mai bis Ende August 1944 im KZ-Außenlager Neckarelz inhaftiert, dann gelang ihm, mit Hilfe seines Bruders Oskar (1906 - 1968), der der Deportation entgangen war, die Flucht aus dem "Goldfisch"-Stollen. Zuvor war Vinzenz Rose in Auschwitz-Birkenau inhaftiert, von dort wurde er als "Versuchskaninchen" für verbrecherische Impfexperimente mit Fleckfieber ins Lager Natzweiler deportiert. Wie viele andere Überlebende dieser Impf-Versuche wurde er anschließend nach Neckarelz gebracht.
Ironischerweise kann der Film wohl erst fertiggestellt werden, wenn es einen Impfstoff gegen die Corona-Pandemie gibt, weil deutsch-schwedische Koproduktionen sich derzeit schwierig gestalten. Auf das Ergebnis darf man gespannt sein.