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Der Geschichtslehrpfad zählt nun eine Tafel mehr ...

Wanderung zum dreifachen Jahrestag - neue Namenstafel für die Opfer des Deckeneinsturzes

Die jüngste Teilnehmerin der Wanderung half bei der Enthüllung der Gedenktafel. Foto: Markus Hebestreit

Wie jedes Jahr gegen Ende der Sommerferien lud auch 2019 der Verein KZ-Gedenkstätten zu einer "Spätsommerwanderung" auf dem Geschichtslehrpfad GOLDFISCH ein. Dieses Jahr stand sie im Zeichen eines dreifachen Jahrestages: Genau 80 Jahre zuvor, am 1. September 1939, entfesselte Hitler den Zweiten Weltkrieg. Vor 75 Jahren, im Lauf des Jahres 1944,  wurde das Daimler-Benz-Motorenwerk Genshagen in die Gipsgrube Obrigheim verlagert. Vor 20 Jahren schufen über 80 Jugendliche im Rahmen eines einwöchigen Work­camps den Geschichtslehrpfad.
Einen weiteren Schwerpunkt bildete bei der Wanderung am 1. September der Unglücksfall, bei dem am 3. September 1944 elf Menschen durch einen Deckeneinsturz im Stollen getötet wurden. Sie waren keine KZ-Häftlinge, sondern gehörten zur sogenannten "Gefolgschaft" des verlagerten Daimler-Werks, mindestens acht von ihnen müssen indes als Zwangsarbeiter angesehen werden.
Dorothee Roos ging im Lauf ihrer Führung auf die die z.T. widersprüchliche Quellenlage ein. In manchen Zeitzeugen-Berichten wird von mehr Opfern ausgegangen, auch gibt es bis heute Vermutungen, das damals nicht alle Toten hätten geborgen werden können. Doch spricht nach Meinung des Vereins sehr vieles dafür, dass es außer den in den Fernschreiben der Goldfisch-Verantwortlichen aufgelisteten und offensichtlich aufgefundenen Toten keine weiteren Opfer gab. Für die elf Toten aus drei Ländern wurde eine Gedenktafel enthüllt. Bei den Recherchen dafür waren einige Fehler bei der Schreibweise der Namen entdeckt worden, die nun korrigiert werden konnten.
An die Wanderung schloss sich zur Feier des 20jährigen Bestehens des Pfades ein kleiner geselliger Teil an. Ein 1999 beim Workcamp gedrehter Film zeigte wie viele fleißige Hände damals nötig waren, um eine lang verborgene Geschichte freizulegen. Denn über die wenigen oberirdischen Reste von "Goldfisch" Wie der war fünf Jahrzehnte lang ein Wald gewachsen ...