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Brüderlich und widerständig

Peter Krieger las aus dem Buch „Der Kapo der Kretiner“ von Hilde Wagner

Karl Wagner, geboren in Stuttgart im Jahr 1909, verbrachte während der NS-Zeit mehr als 10 Jahre in Gefängnissen und Konzentrationslagern. Nach einer ersten Haft im württembergischen KZ Heuberg wurde er zunächst freigelassen.  Da er sich nicht an das Verbot der politischen Betätigung hielt, im Jahr 1935 erneut verhaftet,  zur Sicherungsverwahrung nach Dachau gebracht und dort als „Zweitmaliger“  besonders brutal behandelt.
Doch Wagner  bekam  Kontakt zur geheimen Lagerleitung der Kommunisten und erhielt als „Maurerkapo“ bald eine wichtige Funktion. Im 1984 erstmals veröffentlichten Buch „Der Kapo der Kretiner“ schildert Wagners  Frau Hilde, wie Wagner diese Stellung dazu nutzen konnte, schwächeren und von der SS aufs Grausamste schikanierten Kameraden  zu helfen.  Doch Karl Wagners Aktivitäten gingen über individuellen Hilfeleistungen hinaus. Dem Maurerkapo  gelang es, in Dachau durch eine ebenso mutige wie er findungsreiche Verschleppungstaktik den Bau der Gaskammer so weit hinauszuschieben, dass diese nicht mehr in Gebrauch genommen werden konnte.
Diese und weitere Begebenheiten aus dem Buch von Hilde Wagner las der Mosbacher Peter Krieger, ein Verwandter von Hilde Wagner, in ebenso schlichtem wie lebendigen Ton. Die Schilderung der im KZ nur selten konsequent lebbaren Haltung der Brüderlichkeit bildete gleichzeitig  den Schlusspunkt der Ausstellung „Fraternité/Brüderlichkeit“.