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KZ-Gedenkstätte
Neckarelz e. V.

Bild neue KZ-Gedenkstätte

Neue Gedenkstätte - Pädagogisches Konzept

Entdeckendes Lernen - Lernmittel Freiheit

Das Gebäude selbst ist Teil eines pädagogischen Konzepts. Nichts an ihm ist zufällig, jeder einzelne Teil mit Bedeutung aufgeladen, die von den Besuchern ent-deckt und auf die historische Ebene bezogen werden kann.

Dinge selbst herauszufinden macht Freude und gibt Selbstbestätigung, auch und gerade beim Themen der NS-Zeit. Junge Leute, die als Besucher kommen, erleben sich dann als selbstbestimmt und kreativ, wenn ihnen eine Ausstellung auch Spielräume lässt. Das ist das Gegenteil einer Überwältigungspädagogik, die häufig Gefühle von Unlust oder Übersättigung hervorruft.

Entdecken ist eine Kunst, die Freiheit braucht und sie gleichzeitig lehrt. Das funktioniert auf allen Altersstufen und bei allen Lerntypen.

Prävention gegen Rechts - ohne Sprachbarrieren

Nicht nur von den Inhalten, sondern auch von der Form her wirkt das Haus gegen rechte Denkmuster. Es ist Teil einer pädagogischen Präventionsstrategie . Dabei setzt das Konzept auf der Ausstellungsebene nur sehr sparsam auf Texte. Wichtiger sind das »Sprechende Haus« , die Objekte, die Bilder und vor allem deren Anordnung. Der Text entsteht im Kopf: aktiv, selbst gemacht, in eigener Sprache. Erst dann kann er festgehalten und hoffentlich unvergesslich werden.

Für vertiefende Bearbeitung stehen dann weitere Informationen in Textform zur Verfügung.

Konzentration als Prinzip, Durchblick als Ziel

In konzentrierter Form zeigt das Haus die Geschichte der Neckarlager; Vergangenheit und Gegenwart überlagern sich. Die Verdichtungen sind sinnfällig, im Wortsinn begreif-bar, sie laden zum Durchschauen ein. Das Haus sieht wie ein Zebraanzug aus, ein Fremd-Körper am Schulhof. Das Programm der Nazis: Menschen zu Tieren machen. Zusammengepresst, namenlos, preisgegeben.

Der »oberirdische« Teil der Gedenkstätte ist eine Schule des Blicks. Geschichte verbirgt sich, Durchblick erfordert Anstrengung. Der gegitterte Blick lässt den harmlosen Schulhof befremdlich werden; gesehen durch die Augen des Häftlings und Zeichners Jacques Barrau bevölkert er sich mit »Zebras«. Aus den Zebrastreifen werden Strichcodes: gläserne Menschen, totale Erfassung - was schützt vor neuen Bedrohungen von heute?

Im »unterirdischen« Stollenraum sind die Bedingungen der Zwangsarbeit zu entdecken. Sklavenarbeit in der High-Tech-Fabrik, Ausbeutung bis zum Tod. Wieder stellen sich Gegenwarts-Fragen: wer arbeitet wo zu welchem Preis, was ist Billig-Lohn?

Europäische Dimension und Menschenrechts-Bildung

Die BesucherInnen begegnen Gefangenen aus 25 europäischen Ländern, auf die Neckarlandschaft projiziert sich Europa. Sie stellen selbst Beziehungen zwischen Tätern und Opfern, Helfern und Zuschauern her und spiegeln sich an ihnen. Sie finden heraus, wie der Umgang von Nazis mit politischen Gegnern oder vom Regime Ausgegrenzten war. Sie schlagen die Brücke zu Verletzungen von Menschen- und Völkerrecht von heute. All dies geschieht weitgehend in eigenen Worten Die Gedenkstätte funktioniert in jeder möglichen Sprache. Damit ist sie ein in jeder Hinsicht europäisches Museum.

Falls das Konzept Ihnen gefällt: jede Spende hilft, es seiner Realisierung näher zu bringen!

Wir freuen uns und versorgen Sie gerne mit weiterführenden Informationen, wenn Sie Kontakt mit uns aufnehmen.

Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt und zur Ausstellung von Spendenquittungen berechtigt.

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