Arno Plock
Damals... in jenen dunklen Jahren (Mosbach, 2007)
Als KZ-Häftling Zwangsarbeiter in der Rüstungsindustrie 1943 - 1945
Arno Plock (1921 - 1996) diente im Zweiten Weltkrieg als Soldat. Nach zweimaliger Verwundung in Russland wurde er in Minsk als Metallfacharbeiter eingesetzt. Dort steckte er russischen Lehrlingen Lebensmittel zu - deshalb kam er ins KZ. Als Häftling verschiedener Lager wurde Plock dann als Zwangsarbeiter in der Flugzeugmotorenproduktion eingesetzt.
Detailgenau schildert der selbstbewusste Metall-Facharbeiter die damaligen Arbeits- und Lebensbedingungen. Vom KZ Sachsenhausen, den Werkhallen von Daimler-Benz in Genshagen bis zu den Neckarlagern und der "Grotte" in Obrigheim durchlebte er diese dunklen Jahre. Im April 1945 gelang ihm die Flucht. Sein Bericht macht die unterschiedlichen Verhältnisse der Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie zwischen 1943 und 1945 anschaulich: die Bandbreite reicht von "Priorität der Produktion" bis zur "Vernichtung durch Arbeit". Seine Perspektive als Produktionshäftling macht den Bericht über das Verlagerungsprojekt "Goldfisch" einzigartig in seiner Art.
Im quellenkritischen Nachwort folgert Georg Fischer, dass die bisher bekannten Bedingungen für ZwangsarbeiterInnen und KZ-Häftlinge möglicherweise durch einen neuen Lagertyp "dazwischen" zu ergänzen sind. Er zeigt auch auf, wie rasch der Kriegsverlauf aus relativ guten allerschlimmste Verhältnisse werden ließ.
Ab 26.01. jeden Sonntag von 14 - 17 Uhr geöffnet.