KZ -Geschichte und europäischer Friedensprozess Große Schülerausstellung im Mosbacher Rathaus
Am 5.Mai, dem Europäischen Tag des Europarates, wird am Mosbacher Rathaus die Europa-Fahne gehisst. Rund ums
Rathaus wird es bunt zugehen, beim »Mosbacher Blumenmarkt«. Doch auch im Innern, im Unteren Rathaussaal gibt
es etwas Buntes und Vielfältiges zu sehen, auch wenn das dahinterliegende Thema eher ernster Natur ist.
70 SchülerInnen aus vier verschiedenen Schulen in Nordbaden haben eine Ausstellung gestaltet, deren Titel
»Erinnerung und Zukunft - Europa am Neckar 1944/2007« eine Verbindung zwischen Kriegsvergangenheit und europäischer
Gegenwart zieht. Sie bildet den Höhepunkt eines Projekts, das vom Verein KZ-Gedenkstätte Neckarelz schon im Herbst
2006 gestartet wurde. Projektleiter waren vier LehrerInnen aus dem Verein, die gerade den Schuldienst angetreten
haben: Eva Bernhardt (Elisabeth-von-Thadden-Schule Heidelberg), Tobias Markowitsch (Bismarck-Gymnasium Karlsruhe),
Kattrin Rautnig (Melanchthon-Gymnasium Bretten) und Verena Unmüßig (Thomas-Mann-Gymnasium Stutensee).
Die Zeit der deutschen EU-Ratspräsidentschaft sollte Schülern Anlass bieten, über den europäischen Einigungsprozess
nachzudenken. Sie sollten insbesondere die friedenssichernde Wirkung dieser Einigung selbst erleben können - in der
persönlichen Begegnung mit Opfern von Krieg und Terror. Denn die Wirklichkeit von 1944 - »Europa« am Neckar - das waren
Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge aus 25 Nationen, die für ein Rüstungsprojekt des totalen Krieges schufteten Die
Wirklichkeit von 2007: ein manchmal schwieriger, aber unumkehrbarer Prozess des Zusammenwachsens, an dem praktisch
die gleichen Nationen beteiligt sind, mit der Hoffnung auf eine dauerhaft friedliche Zukunft.
Die Schüler traten mit ehemaligen KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern aus den »Neckarlagern" und der Rüstungsfirma
»Goldfisch« in Briefkontakt und bereiteten eine persönliche Begegnung vor. Mit Unterstützung der Stiftung »Erinnerung,
Verantwortung und Zukunft« konnten Zeitzeugen aus Frankreich, Polen und Italien eingeladen werden. Sie reisen am 2. Mai
zu den jeweiligen Schulorten, lernen dort ihre Briefpartner persönlich kennen und erleben am 3. 5. die Eröffnung der ihnen
gewidmeten Ausstellungen.Am 4. Mai reisen die Zeitzeugen weiter nach Mosbach-Neckarelz und sind dort Gäste des Vereins
KZ-Gedenkstätte.
Zum krönenden Höhepunkt des Projekts werden schließlich die vier Teilausstellungen am 5. Mai in Mosbach zusammengeführt.
Alle Schüler und Zeitzeugen treffen sich zu einem festlichen gemeinsamen Tag.
Die Gesamtausstellung ist im Mosbacher Rathaussaal am Samstag, dem 5.5. von 9 bis 17 Uhr und am Sonntag, dem 6.5. von
11 bis 18 Uhr zu sehen. Am Samstag besteht die Gelegenheit, mit den Zeitzeugen und den jugendlichen Ausstellungsmachern
persönlich zu sprechen und sich in die Ausstellung und ihre ganz unterschiedlichen Teile einführen zu lassen.
Am 5. 5. um 12 Uhr mittags wird die Ausstellung mit einem kleinen Festakt offiziell gewürdigt; MdEP Dr. Thomas Ulmer sowie
OB-Stellvertreter Rupert Laible werden zu den Schülern sprechen, die sich für ihr Werk möglichst viele Besucher wünschen.