Am Sonntag, dem 3. Juni um 11 Uhr wird in der KZ-Gedenkstätte Neckarelz eine Ausstellung des Schweizers Künstlers
Renato Oggier eröffnet. Das heißt, »Ausstellung« ist eigentlich nicht das richtige Wort. Oggier knüpft an das an, was
die Gedenkstätte selber zu zeigen versucht, führt es mit seinen künstlerischen Mitteln fort und eröffnet so einen neuen
Zugang. Er selber nennt das »künstlerische Intervention".
Zu sehen sind zwei große Kunstobjekte in zwei verschiedenen Räumen, die eng zusammengehören: ein plastisches Werk aus beschnitzten Vierkantstäben, die gebrochene menschliche Porträts zeigen, sowie eine große Bilderwand mit über 60 Druckgrafiken. Der Titel »DER AENGSTE RAUM« verweist auf die Ausgesetztheit der menschlichen Existenz im Konzentrationslager.
Renato Oggier wurde in Celerina (Schweiz) geboren und studierte an der St. Martins School of Art in London, der Hochschule der Künste in Berlin sowie an der Hochschule für Gestaltung in Zürich. Er ist Maler, Druckgrafiker, (Holz)Bildhauer und Objektkünstler mit zahlreichen internationalen Ausstellungen, darunter die Ausstellung »Nameless« in Terezin/Theresienstadt im Jahr 2006.
Bei der Vernissage wird Dr. Rita E. Täuber aus Stuttgart in die Werkzusammenhänge einführen. Sie ist freie Kunstvermittlerin, Ausstellungskuratorin und Autorin und arbeitet unter anderem an der Staatsgalerie und als Dozentin an der Akademie der Bildenden Künste.
Musikalische Akzente setzt Christof Roos (Mosbach) mit Improvisationen auf dem Cello. Die Ausstellung ist bis zum 22. Juli jeden Sonntag von 15 bis 18 Uhr geöffnet, nach Vereinbarung sind Besuche auch jederzeit möglich (Tel. 06261/670653 oder 06261/4963).
Die Ausstellung von Renato Oggier bildet eine Art krönenden Schlusspunkt für die Geschichte der »alten« KZ-Gedenkstätte. Mit der Finissage am 22. Juli geht deren Existenz nach knapp zehn Jahren oder 3443 Tagen zu Ende, ehe sie in neuer Gestalt in der benachbarten Comenius-Schule wiederersteht.