Im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Zwischen Shalom und Shoah - jüdisches Leben in unserer Region« lädt der Verein KZ-Gedenkstätte am Sonntag, dem 21. September zu einer Wanderung nach Neckarzimmern ein. Sie beginnt um 14 Uhr am Franz-Roser-Platz in Mosbach und führt in ca. 70 - 80 Minuten über Berg und Tal zur Tagungsstätte der Evangelischen Jugend (Wegstrecke 5,2 km). Auf dem dortigen Freigelände wächst seit nunmehr vier Jahren Stein für Stein ein beeindruckendes überregionales Mahnmal heran.
Es erinnert an die Verschleppung der badischen Juden am 22. Oktober 1940. Damals wurden an einem einzigen Tag in 137 Städten und Gemeinden Badens praktisch sämtliche als »Juden« registrierte Bürger aus ihren Wohnungen geholt und nach Frankreich abgeschoben, in eine ungewisse und für die meisten tödliche Zukunft.
Das Mahnmal in Form eine Davidssterns, das von den beiden Kirchen Badens getragen wird, zählt bereits 57 Steine. In eben so vielen Orten haben sich junge Leute an die Erforschung der jüdischen Schicksale gemacht und jeweils zwei gleiche Gedenksteine geschaffen: einen für ihren Heimatort, einen für das Mahnmal. Jedes Jahr kommen neue hinzu - jeder ein Kunstwerk für sich.
Nach der Wanderung kann man in einem Raum neben dem Mahnmal etwas auszuruhen und zum schon zubereiteten Tee ein mitgebrachtes Vesper verzehren. Exkursionsleiterin Dorothee Roos wird in die Geschichte der Deportation nach Gurs einführen.
Danach nimmt sich jede/r eigene Zeit, um in Ruhe die Mahnmalsteine zu betrachten und auf sich wirken zu lassen, ehe die Gruppe um 17.30 zur Heimfahrt mit Bahn und Bus aufbricht (bitte dafür 2 Euro bereithalten). Ankunft am Bahnhof in Neckarelz ist um 18.06, am Busbahnhof Mosbach um 18.22. Bei Regen entfallen Wanderung und Zugfahrt. In diesem Fall treffen sich die Teilnehmer am 21. 9. um 15.30 beim Mahnmal (Straße durch das Gelände der Tagungsstätte bis zur großen Wiese ganz durchlaufen). Info-Telefon: 06261-4963.